Mein Handwerkerleben
38 Jahre auf dem Dach. Geschichten, Erinnerungen und die Liebe zum Handwerk.
Mit 16 Jahren bin ich auf mein erstes Reetdach geklettert. Heute, fast vier Jahrzehnte später, blicke ich zurück auf ein Leben voller Abenteuer, harter Arbeit und der tiefen Befriedigung, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen.
Die Anfänge im Alten Land
Geboren und aufgewachsen im Alten Land, umgeben von Obstbäumen und traditionellen Fachwerkhäusern mit ihren charakteristischen Reetdächern. Schon als Kind faszinierten mich die Handwerker, die auf den Dächern arbeiteten – wie Akrobaten in schwindelerregender Höhe.
Der erste Schritt: Die Lehre beginnt
Mit 16 Jahren begann ich meine Ausbildung zum Reetdachdecker. Mein Lehrmeister war ein Mann der alten Schule – streng, aber gerecht. "Junker", sagte er am ersten Tag, "das Reet verzeiht keine Fehler. Aber wenn du es richtig machst, hält es ein Leben lang."
Diese Worte haben mich mein ganzes Berufsleben begleitet.
GesellenprĂĽfung und Wanderjahre
Nach drei Jahren harter Lehrzeit erhielt ich meinen Gesellenbrief. Wie es in unserem Handwerk Tradition war, ging ich auf Wanderschaft. Von der Nordseeküste bis nach Bayern, von Holland bis nach Dänemark – überall lernte ich die regionalen Besonderheiten des Reetdachdeckens.
Der Meisterbrief
Nach Jahren der Erfahrung und intensiver Vorbereitung legte ich die Meisterprüfung ab. Ein stolzer Moment – nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie, die mich immer unterstützt hatte.
"Ein Meister ist nicht der, der alles weiĂź, sondern der, der weiĂź, dass er nie auslernt."
Der eigene Betrieb
Mit dem Meisterbrief in der Tasche wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Anfänge waren nicht leicht – man musste sich erst einen Namen machen. Aber mit der Zeit sprach sich herum: "Der Junker macht ordentliche Arbeit."
Erfahrung weitergeben
Meine Erfahrung wurde auch außerhalb der Baustelle gefragt. Immer öfter berieten mich Hausbesitzer bei Fragen rund ums Reetdach – eine Aufgabe, die mir bis heute Freude macht.
Besondere Projekte
Im Laufe der Jahre durfte ich an einigen besonderen Projekten mitwirken: Denkmalgeschützte Gebäude, historische Windmühlen, sogar Kirchen mit Reetdach. Jedes Projekt eine neue Herausforderung, jedes eine Geschichte für sich.
Der Reetdach-Podcast
Im Ruhestand angekommen, aber nicht untätig! Mit dem Podcast habe ich einen neuen Weg gefunden, mein Wissen weiterzugeben. Geschichten aus 38 Jahren auf dem Dach, Tipps für Hausbesitzer und die Faszination für ein altes Handwerk – jetzt auch zum Hören.
Zum PodcastWas mich antreibt
Reetdachdecken ist mehr als ein Beruf – es ist eine Berufung. Das Arbeiten mit einem Naturmaterial, das seit Jahrtausenden verwendet wird. Das Wissen, dass meine Arbeit Generationen überdauern kann.
Ein gut gemachtes Reetdach ist nicht nur funktional, es ist schön. Es atmet, es lebt, es verändert sich mit den Jahren – aber es schützt. Immer.
Heute, im Ruhestand, gebe ich mein Wissen weiter. An junge Handwerker, an interessierte Hausbesitzer, an alle, die sich fĂĽr dieses faszinierende Handwerk begeistern. Denn eines ist sicher: Das Reetdach hat Zukunft.
"Ein Reetdach ist wie ein guter Wein – es wird mit den Jahren besser. Vorausgesetzt, man behandelt es richtig." – Reinhold Junker
In der Presse
Ăśber die Jahre durfte ich in verschiedenen Zeitungen und Magazinen erscheinen.
Der Reetdachdecker
1. Juni 2018
Die Stimme für den Schutz der Reetdächer
15. März 2015
Reetdach-Experte kritisiert Dämmvorschriften
20. November 2017
Haben Sie Fragen zu Ihrem Reetdach?
Ich freue mich, von Ihnen zu hören – sei es für eine Beratung oder einfach für einen Austausch unter Reetdach-Enthusiasten.